Dienstag, 26. September 2017

Der Griff in die Werkzeugkiste
Wer die Wahl hat, hat die Qual - So findet ihr das richtige Werbemittel

Augen zu und durch?

Ein ganz normaler Arbeitstag im Büro. Mein Telefon klingelt. „Agentur perlenmädchen, Nadine Jürgen. Hallo!“ „Guten Tag! Mein Name ist Soundso und ich brauche einen Flyer.“ „Aha. Wieso denken Sie, dass der Flyer für Ihr Vorhaben das richtige Werbemittel ist?“ Kurze Pause. „Ähm….“

Ziemlich genau so beginnen bei uns die meisten Telefonate. Fast jeder neue Kunde fragt beim ersten Kontakt nach einem konkreten Werbemittel. Grundsätzlich ist daran ja auch nichts falsch. Schwierig wird es nur, wenn vor der Wahl des Werbemittels keine konzeptionellen Überlegungen angestellt wurden. Deshalb hinterfrage ich solche Wünsche immer direkt.

Vor einiger Zeit bat uns eine Existenzgründerin um Flyer. Sie erhoffte sich eine höhere Bekanntheit ihrer Physiotherapiepraxis. Ich fragte Sie: „Und wie kommen die Flyer zu den Menschen? Wer erfährt von Ihnen, wenn die Flyer auf Ihrem Tresen liegen? Diejenigen, die in Ihre Praxis kommen, haben Sie doch bereits wahrgenommen.“ 

Wir haben den Anspruch, dass unsere Arbeit einen spürbaren Effekt mit sich bringt. Unsere Werbung soll funktionieren. Sich aus dem Bauch heraus für ein Werbemittel zu entscheiden, ist wie ein blinder Griff in die Werkzeugkiste. Und damit hat man in den seltensten Fällen Erfolg.

Es werde Licht!

Vor der Wahl des Werbemittels steht immer das Konzept. Definiert zuallererst das Problem. Zum Beispiel: „Wir bekommen zu wenige Bewerbungen auf unsere Ausschreibungen.“
Aus diesem Problem lässt sich eine Zielstellung ableiten. Im Fall des vorherigen Beispiels könnte sie so lauten: „Wir möchten als interessanter Arbeitgeber wahrgenommen werden und die Anzahl der Bewerbungen auf unsere Stellenausschreibungen erhöhen.“

Als nächstes solltet ihr eure Zielgruppe genauer unter die Lupe nehmen. Was sind das für Menschen? In welchen Lebenssituationen stecken Sie? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben sie? Welche Medien konsumieren sie? Gibt es Orte an denen diese Menschen zusammenkommen?
All diese Überlegungen sind nötig, um beurteilen zu können, welches die effektivsten Werbemittel sind, um eure Ziel zu erreichen. Wer genau weiß, dass er ein Bild an die Wand bringen will, kann in der Werkzeugkiste gezielt nach dem Hammer greifen. Ohne diese Vorarbeit wird das schwierig. Habt ihr schon mal versucht, mit der Kreissäge einen Nagel in die Wand zu schlagen?

Ein Konzept hilft euch außerdem dabei, eure Gedanken zu ordnen und auf den Punkt zu bringen. Versucht eure Werbebotschaft so kurz und prägnant wie möglich zu formulieren. Ist das geschafft, fällt es auch sehr viel leichter eine kreative Leitidee und ein Schlüsselmotiv dazu zu entwickeln. Wer es sich leisten kann, überlässt diese Arbeit einer Agentur.


Auf Talentsuche

Jedes Werbemittel erfüllt einen eigenen Zweck und hat spezielle Talente. Nutzt sie entsprechend ihrer Begabungen und versucht nicht sie zu etwas zu machen, das sie nicht sind. Umso effektiver ist ihre Wirkung.

Auffallen und einfangen - Plakate, Postkarten, Aufkleber, Anzeigen, Give-Aways etc.

Bei diesen Werbemitteln ist Auffallen Pflicht! Denn oftmals ist das Werbeumfeld sehr dicht. Wer mit seiner Botschaft wahrgenommen werden will, sollte auf Kreativität setzen.
Eine gute konzeptionelle Vorarbeit ist hierbei das A und O. Ziel und Botschaft sollten präzise formuliert sein.
Diese Werbemittel solltet ihr also nicht mit unzähligen Informationen vollstopfen. Konzentriert euch auf eine Kernaussage und verpackt diese in eine kreative Leitidee.
Der Informationsgehalt bleibt hier also sehr gering. Für weiterführende Informationen solltet ihr eure Kontaktdaten angeben und/oder auf eine Website verweisen.

Heiß machen auf mehr – Flyer, Prospekte, Newsletter/E-Mail etc.

Hier dürft ihr etwas konkreter werden. Diese Werbemittel können einen mittleren Informationsgehalt besitzen. Ihr müsst euch nicht mehr auf eine Kernbotschaft konzentrieren. Es ist trotzdem ratsam, sich auf ein Thema zu begrenzen.
Achtet darauf, eure Inhalte klar zu strukturieren. Eure Texte sollten verständlich und informativ sein. Nutzt solche Werbemedien dazu, eure Zielgruppe neugierig zu machen. Weckt die Lust auf mehr!
Denkt daran, für detailliertere Informationen auf eure Kontaktdaten und eure Website zu verweisen.

Überzeugende Details – Broschüre, Website etc.

Jetzt dürft ihr euch endlich auslassen! Das heißt aber nicht, dass ihr einfach drauf losschreiben solltet. Besonders bei Werbemitteln mit einem hohen Informationsgehalt, ist es schwierig sich nicht zu verzetteln.
Das Ziel solcher Medien muss es immer sein, abschließend zu überzeugen und eure Zielgruppe zur gewünschten Kauf-Handlung zu verhelfen. Die Interessenten haben jetzt nämlich die Endstation erreicht. Die anderen Werbemittel hatten die Aufgabe, die Menschen hier her zu lenken. Jetzt müsst ihr also auf den Punkt überzeugen!
Denkt bei der Wahl der Tonalität und den sprachlichen Formulierungen also unbedingt an eure Zielgruppe. Fachchinesisch ist hier in den meisten Fällen äußert unangebracht.

Die Mischung macht‘s

Jetzt liegt es an euch, das richtige Werbemittel für euer Vorhaben zu wählen. Wenn es euch nicht nur um die Kommunikation einer Botschaft geht, ist ein Mix an Werbemitteln empfehlenswert. So könnt ihr eure Zielgruppe nach und nach von eurem Angebot überzeugen.

In solchen Kampagnen sollte eine kreative Leitidee, also ein roter Faden klar erkennbar sein. Ein professionelles Branding bzw. Corporate Design sorgt für eine hohe Wiedererkennung und starke Verknüpfung der Kampagne mit eurem Unternehmen/eurer Initiative.

Investiert bitte immer ausreichend Zeit in die Konzeption. Wer gut plant, hat schon fast gewonnen ;) Bedenkt bei der Wahl eurer Werbemittel auch immer die Verteilung bzw. den Vertrieb. Was nützen euch teure Hochglanz-Broschüren, wenn diese keiner zu Gesicht bekommt?

Wir freuen uns wie immer über eure Gedanken, Erfahrungen und Feedback!


Eure perlenmädchen